Selbstbestimmt Arbeiten, Selbstfindung

Wie du deine Berufung findest: Ein kleiner Leitfaden

Wie du deine Berufung findest: Ein kleiner Leitfaden

Die eigene Berufung zu finden ist eine der schwierigsten und langwierigsten Aufgaben im Leben. Nur die Wenigsten wissen seit ihrer Kindheit was sie mal werden möchten und sind ein Leben lang glücklich mit ihrer Berufswahl. Leben ist Veränderung. Unsere Prioritäten und Interessen verschieben sich. Wir lernen mit den Jahren immer mehr dazu, tauchen in neue Themengebiete ein. In diesem Beitrag möchte ich dir einen kleinen Leitfaden in die Hand geben, um deiner Berufung näher zu kommen.

Ich bin nicht sicher, ob es die eine Berufung überhaupt gibt oder ob sie ständig im Wandel ist. Denn ich selbst suche schon seit vielen Jahren danach, meine immer mal wieder sie gefunden zu haben, nur um dann relativ schnell das Interesse wieder zu verlieren. Dennoch haben sich im Laufe der Zeit einige wiederkehrende Themen herauskristallisiert, um die es sich bei mir immer wieder dreht – wie z.b. das selbstbestimmte Leben und Arbeiten, die Heilwirkung der Natur, Musik, Dinge selbst herzustellen, Spiritualität und das freie Lernen. Kennst du das von dir auch? Gibt es Themen bzw. Interessen, die in deinem Leben immer wieder auftauchen?

Oft haben wir Menschen Angst vor Veränderung. Alles soll genauso bleiben wie es ist und keinen Aufwand machen. Wir haben Angst vor der Ungewissheit, Angst vor dem Scheitern und machen dann lieber gar nichts, anstatt uns auf die Suche nach unserer inneren Bestimmung zu machen. Erst wenn der Leidensdruck übermächtig wird, vielleicht schon körperliche Beschwerden oder depressive Verstimmungen auftreten, wachen die meisten auf. Dann soll es bitte ganz schnell gehen, die Lösung sofort auf dem Präsentierteller liegen. Leider funktioniert es so aber nicht. Jetzt fängt die Arbeit gerade erst an (aber hey, sie macht Spaß! Also los!).

Aber ich kann doch nichts Besonderes?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Jeder etwas in sich trägt, mit der er einen positiven Beitrag zu dieser Welt leisten kann. Und das sogar ohne etwas besonderes zu können oder zu leisten. Allein mit deiner puren Existenz kannst du bereits anderen Menschen helfen, sie z.b. mit deinem Lebensstil zum Nachdenken anregen oder ganz viel Liebe verteilen. Es gibt keine untalentierten Menschen. Du hast deine Leidenschaft vielleicht nur noch nicht entdeckt.

Tipps, um deine Berufung zu finden

Viele Ratschläge zum Finden der eigenen Interessen und Stärken habe ich bereits im Beitrag Finde deinen Sweetspot zusammengetragen, schau doch dort mal hinein. Es gibt dort auch einen Fragebogen zum Download, den du ausfüllen kannst. Sammle all deine Ideen aus dem Fragebogen und den nachfolgenden Aufgaben und halte sie schriftlich fest. Das Aufschreiben ist hier essentiell, da wir mit dieser Liste später weiterarbeiten werden.

Warum solltest du diese Fragen beantworten und auch noch alles aufschreiben? Es ist wichtig, all deine Gedanken und Ideen aus deinem Kopf heraus zu bekommen und zu manifestieren – erstmal nur in schriftlicher Form. Denn sonst kreisen sie monate-, oder sogar jahrelang weiter in deinem Kopf. Dein Thema wird immer wieder zu dir kommen, so lange bis du dich darum kümmerst.

  • Zu Beginn ist es wichtig, dass du deine Interessen und Leidenschaften überhaupt erstmal kennst. Was machst du gern in deiner Freizeit, ohne jeden Zwang? Bei welchen Tätigkeiten vergeht die Zeit wie im Flug? Worüber möchtest du am liebsten stundenlang reden? Von welchen Erlebnissen berichtest du anderen immer wieder?
  • Auch aus einem durchlebten Schmerz kann eine Berufung entstehen. Welche schmerzhaften Erfahrungen hast du gemacht und was hast du daraus gelernt? Wie könntest du anderen mit deinen Erkenntnissen helfen?
  • Gehe mit offenen Augen durch die Welt. Schau dir an was andere Menschen beruflich machen, wie sie leben und schreibe dir auf, was dir daran gefällt und was nicht. Welche Talente hättest du gerne? Was würdest du gern können? Was hält dich davon ab, es zu lernen?
  • Bewerte deine Ideen nicht. Denke nicht darüber nach, ob sie überhaupt realistisch sind oder zu dir passen. Oder was andere davon halten. Oder was für ein Business du daraus machen könntest. All das ist zu diesem Zeitpunkt völlig egal. Es geht nur darum, Ideen zu sammeln, und zwar möglichst viele. Was sind all die Dinge, die dich interessieren? Wofür schlägt dein Herz?
  • Lass dich nicht von deiner Angst bremsen. Unter deinen Ideen können und sollen auch Dinge sein, die Unbehagen oder Angst auslösen! Vielleicht liegt in deiner größten Angst dein stärkstes Potenzial? Lass diesen Gedanken wenigstens zu, bevor du ihn gleich wieder verwirfst.
  • Wenn du deinen Gedanken ein wenig auf die Sprünge helfen möchtest oder noch tiefer gehen möchtest, empfehle ich dir, in die Natur zu gehen. Nimm dir unbedingt Notizblock und Stift mit. Such dir ein ruhiges Plätzchen, an dem du ganz ungestört bist. Stelle dich mit nackten Füßen auf die Erde und spüre die Verbindung zur Natur. Schließe dann die Augen und frage dich (oder das Universum, wie auch immer du es nennen magst): Wofür bin ich hier? Was ist meine Aufgabe auf dieser Erde? Schreibe alle Antworten auf, die zu dir kommen. Das mag esoterisch klingen, klappt aber wirklich.

Jetzt wird es spannend: Werde aktiv!

Nun schnappst du dir deine Liste. Der nun folgende Teil ist ebenso wichtig wie der erste, vielleicht sogar noch wichtigter. Probiere nacheinander alles aus, was auf dieser Liste steht. Nein, ich bin nicht verrückt, ich meine es ernst. Du hast viele Jahre Zeit dafür, niemand drängt dich. Aber es ist wichtig, aktiv zu werden und all deine Ideen und Interessen zumindest einmal auszuprobieren. Erst dann werden sie aus deinem Kopf verschwinden. Alle Dinge, die du verdrängst kommen früher oder später immer wieder an die Oberfläche. Du wirst dich immer wieder fragen: War und ist vielleicht doch diese eine Sache meine Berufung?

Beim Durcharbeiten deiner Liste wirst du hin und wieder deine Komfortzone verlassen müssen. Dinge angehen müssen, vor denen du Angst hast oder dich schämst. Rückschläge einstecken, Fehler machen. Genau das sind deine wichtigsten Lektionen! Hab keine Angst vor dem Scheitern – denn in Wirklichkeit gibt es kein Scheitern, sondern nur hilfreiche Erfahrungen. Zu diesem Thema habe ich auch noch einen ausführlicheren Beitrag geschrieben.

Aktualisiere deine Liste regelmäßig. Sind neue Interessen hinzugekommen? Oder können einige gestrichen werden? Wichtig ist jedoch, dass du nur die jenigen durchstreichst, die du auch tatsächlich ausprobiert hast! Vielleicht überkommt dich ein negatives Gefühl, wenn du viele der Gedanken auf deiner Liste durchstreichst, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es ist super, das Interesse an einer Sache zu verlieren, die du ausprobiert hast. Nur so kommst du weiter! Nur so kannst du dich herantasten. Vielleicht liegt im Überwinden deiner größten Angst der Schlüssel zum Erfolg, die Antwort auf deine lange Suche nach deiner Berufung.

Habe Geduld, auch wenn das schwierig klingt. Der Prozess kann viele Monate oder sogar Jahre dauern. Das ist völlig normal. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und spannende Erkenntnisse auf deiner inneren Reise. Lass mir gern einen Kommentar da und berichte mir von deinen Erfahrungen.

Weiterlesen:

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Veröffentlicht von Julia

Hallo, ich bin Julia! Ich bin 34 Jahre jung, zweifache Mama und seit zehn Monaten mit meiner Familie auf Langzeit-Reise durch Europa - man könnte es auch Selbstfindungstrip nennen. Wir mussten raus aus dem alten Trott und alles mal gut durchmischen. Was brauchen wir noch und was kann weg? Wie wollen wir in Zukunft leben? Wir haben in den vergangenen Monaten viel gelernt und jeder Tag bringt neue Erkenntnisse. → mehr über mich

2 Gedanken zu „Wie du deine Berufung findest: Ein kleiner Leitfaden“

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