Familie

Und dann wurde es still.

Und dann wurde es still.

Der 01.06.2017 ist der große Tag. Wir übergeben unsere Wohnung an die neuen Mieter und machen uns – nun komplett ohne festen Wohnsitz – auf den Weg zur ersten unserer großen Reise. Wir müssen nochmal an Neles Kita vorbei, um die ausgeliehene Luftmatratze zurückzubringen. Als wir dann fertig sind und endgültig losfahren, stehen einige unserer befreundeten Kita-Eltern filmreif draußen und winken aus – dieses Bild werden wir wohl nie vergessen! Berlin zeigte sich nochmal von seiner unschönen Seite: Wir brauchten fast zwei Stunden, um überhaupt aus der Stadt herauszukommen. Aber dann wurde alles gut. Nach einer langen und stressigen Autofahrt kamen wir am Nachmittag an unserem ersten Stopp an: St. Andreasberg, die höchstgelegenste Stadt des Harzes.

Hier ist es richtig schön leise. Kein Autolärm, keine Nachbarn, kein Gestank – nur pure Natur. Und Stille. Himmlisch! Wir laufen durch die Natur, fahren Seilbahn und Sommelrodelbahn und besuchen die alte Bergwerksgrube „Samson“. Eine richtige Tagesstruktur gibt es bisher noch nicht. Mal schauen wie sich das im Laufe unserer Reise noch verändern wird. Nils gefällt die Reise gut, für ihn ist einfach nur wichtig, dass seine Familie da ist. Er wirkt wie immer sehr glücklich und ausgeglichen. Nele hat ein wenig mit ihren Launen und Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Sie reagiert oft und sehr heftig gereizt auf alltägliche Situationen. Das war aber auch vor unserer Abreise schon oft so – jetzt wird es nur deutlicher, weil wir 24h täglich aufeinander hocken. Wir sind gespannt, wie sich das entwickelt.

Grünes Grün :) #reisefamilie #harz

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Gearbeitet habe ich bisher maximal eine Stunde am Tag. Ich merke, dass ich erstmal Ruhe und Abstand brauche. Außerdem habe ich ja jetzt eine Vertretung für viele Aufgaben des Kreativlabors, so dass ich den Kopf endlich mal frei bekommen kann. Soll es einen Reiseblog geben – ja oder nein? Was genau will ich machen, um Geld zu verdienen? Wie kann ich etwas für mich Sinnvolles mit dem Geldverdienen verbinden? Darauf finde ich vielleicht bald eine Antwort, vielleicht aber auch nicht.

Jedenfalls habe ich viele Fotos gemacht und merke, wie sehr mir die Natur gefehlt hat. Zwar waren wir in Berlin auch oft draußen – aber dort hört man trotzdem immer den Straßenlärm, überall sind Menschen und es riecht selbst außerhalb noch nach Großstadt. Hier im Harz gibt es soviel unberührte Natur: wildwachsende Bergwiesen, dichte Wälder, klare Bäche…. der Unterschied zur Großstadt könnte größer nicht sein. Erst am vierten Tag nach unserer Abreise habe ich das erste Mal wieder an Berlin gedacht und unseren Aufbruch keine Sekunde bereut. Mir ist klar geworden, was ich schon sehr lange vermutet hatte: dass ich größere Städte einfach nicht mehr mag und mir meinen Lebensmittelpunkt nicht mehr in einer Stadt vorstellen kann. Unsere Wohnung vermisse ich kein Stück. Es ist so befreiend, kaum noch Besitz zu haben und jederzeit überall hin zu können. Wir haben alles Wichtige dabei: UNS.

mal sehen wo es uns noch überall hin verschlägt :)

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Veröffentlicht von Julia

Hallo, ich bin Julia! Ich bin 34 Jahre jung, zweifache Mama und seit zehn Monaten mit meiner Familie auf Langzeit-Reise durch Europa - man könnte es auch Selbstfindungstrip nennen. Wir mussten raus aus dem alten Trott und alles mal gut durchmischen. Was brauchen wir noch und was kann weg? Wie wollen wir in Zukunft leben? Wir haben in den vergangenen Monaten viel gelernt und jeder Tag bringt neue Erkenntnisse. → mehr über mich

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