Freies Lernen

Zeit ist kostbar: Wieviel Zeit in der Schule verbringen wir wirklich mit lernen?

Über diesen Beitrag bin ich auf dem Blog einer (ehemaligen) Lehrerin aus England gestoßen, die über ihre Erfahrungen mit dem Schulsystem schreibt. Mir geht es hier nicht darum, ob Schule „gut“ oder „schlecht“ ist – es geht einzig und allein um die Lernerfahrungen der Kinder.

Dieser Artikel erschien im Original unter dem Titel „Time is precious“ auf monkeymum.blog. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Ich habe auf die ein oder andere Art insgesamt 30 meiner 35 Lebensjahre im Bildungssystem verbracht: Erst als Schülerin, dann als Studentin und später als Lehrerin. Seitdem wir entschieden haben, unsere Kinder zuhause zu unterrichten, denke ich über den typischen Schultag nach. Und wie viele der Stunden, die ein Kind in der Schule verbringt, wirklich „gelernt“ wird.

Freies Lernen, Selbstfindung

Gemeinsam frei lernen: Gedanken zum Freilernen und bedürfnisorientierten Leben

Unsere Wünsche und Vorstellungen davon, wie und wo es für uns weitergehen soll – mit unserer Reise, unserem zukünftigen Lebensmittelpunkt, einem geeigneten Lernort für unsere Kinder – ändert sich momentan fast wöchentlich. Das mag chaotisch erscheinen, spiegelt jedoch für uns einen ganz natürlichen Prozess wieder. Es spielen so viele Faktoren mit hinein, die alle bedacht und priorisiert werden wollen. Zu unserer Familie gehören vier Menschen und jedem von ihnen wollen wir so weit es geht gerecht werden. Wir hören uns um, lesen viel, schauen neue Dokus – und mit jeder neuen Information, sowie unserer persönlichen Entwicklung und entstehenden Bedürfnissen kommen auch neue Gedankengänge.

In unserem Häuschen hier in England ist es wunderschön. Unsere Tage sind sehr entspannt, viel entspannter als sie „im Hamsterrad“ je waren. So entspannt und ruhig, wie wir es immer wollten. Doch das Ankommen im neuen Land fällt nicht allen so leicht. Unserer großen Tochter erscheint die neue Sprache als unüberwindbare Hürde. Nachdem sie am Anfang noch euphorisch überall hin wollte, ist sie momentan lieber zuhause und möchte keine englischen Kinder sehen. Natürlich wollen wir sie auch nicht dazu zwingen. Wir versuchen hier und da kleine Unternehmungen zu machen, die andere Menschen involvieren und lassen alles ruhig angehen. Denn auch wir Großen müssen uns erstmal einleben und die Gedanken ordnen.

Freies Lernen, Selbstfindung

Bildungsfreiheit in England: Wie Familien hier leben (dürfen)

Wir sind jetzt seit fast drei Monaten in England. Über Facebook haben wir schon im Vorfeld Kontakte geknüpft, uns dann über Housesitting eine Weile Land und Leute angeschaut und uns schlussendlich ein kleines Häuschen gemietet. Neben den gemütlichen kleinen Ortschaften mit urigen alten Pubs und Cottages fasziniert uns an England vor allem eines: die Bildungsfreiheit.

Bildungsfreiheit? Was bedeutet das und wozu soll das gut sein?

Kommt mit und schaut mit mir durchs Schlüsselloch eines gemütlichen kleinen Häuschens, in dem eine Familie mit drei Kindern wohnt. Niemand wird vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Die Kinder schlafen so lange sie möchten, stehen dann auf um zu spielen und irgendwann gibt es Frühstück mit einem oder beiden Elternteilen. Einer der beiden Eltern ist vielleicht schon etwas früher aufgestanden, um in Ruhe etwas zu arbeiten (vielleicht geht derjenige dafür auch für einige Stunden an einen externen Arbeitsplatz). Es gibt keine Hektik, keinen Stress. Warum? Weil niemand zur Schule muss. Kein Terminplan muss eingehalten werden. Die Kinder können ihre Schlafanzüge anlassen, oder sich ihre Tagesklamotten anziehen – wie sie wollen. Sie können spielen was und wie lange sie möchten.