Freies Lernen, Selbstfindung

Gemeinsam frei lernen: Gedanken zum Freilernen und bedürfnisorientierten Leben

Unsere Wünsche und Vorstellungen davon, wie und wo es für uns weitergehen soll – mit unserer Reise, unserem zukünftigen Lebensmittelpunkt, einem geeigneten Lernort für unsere Kinder – ändert sich momentan fast wöchentlich. Das mag chaotisch erscheinen, spiegelt jedoch für uns einen ganz natürlichen Prozess wieder. Es spielen so viele Faktoren mit hinein, die alle bedacht und priorisiert werden wollen. Zu unserer Familie gehören vier Menschen und jedem von ihnen wollen wir so weit es geht gerecht werden. Wir hören uns um, lesen viel, schauen neue Dokus – und mit jeder neuen Information, sowie unserer persönlichen Entwicklung und entstehenden Bedürfnissen kommen auch neue Gedankengänge.

In unserem Häuschen hier in England ist es wunderschön. Unsere Tage sind sehr entspannt, viel entspannter als sie „im Hamsterrad“ je waren. So entspannt und ruhig, wie wir es immer wollten. Doch das Ankommen im neuen Land fällt nicht allen so leicht. Unserer großen Tochter erscheint die neue Sprache als unüberwindbare Hürde. Nachdem sie am Anfang noch euphorisch überall hin wollte, ist sie momentan lieber zuhause und möchte keine englischen Kinder sehen. Natürlich wollen wir sie auch nicht dazu zwingen. Wir versuchen hier und da kleine Unternehmungen zu machen, die andere Menschen involvieren und lassen alles ruhig angehen. Denn auch wir Großen müssen uns erstmal einleben und die Gedanken ordnen.

Freies Lernen, Selbstfindung

Bildungsfreiheit in England: Wie Familien hier leben (dürfen)

Wir sind jetzt seit fast drei Monaten in England. Über Facebook haben wir schon im Vorfeld Kontakte geknüpft, uns dann über Housesitting eine Weile Land und Leute angeschaut und uns schlussendlich ein kleines Häuschen gemietet. Neben den gemütlichen kleinen Ortschaften mit urigen alten Pubs und Cottages fasziniert uns an England vor allem eines: die Bildungsfreiheit.

Bildungsfreiheit? Was bedeutet das und wozu soll das gut sein?

Kommt mit und schaut mit mir durchs Schlüsselloch eines gemütlichen kleinen Häuschens, in dem eine Familie mit drei Kindern wohnt. Niemand wird vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Die Kinder schlafen so lange sie möchten, stehen dann auf um zu spielen und irgendwann gibt es Frühstück mit einem oder beiden Elternteilen. Einer der beiden Eltern ist vielleicht schon etwas früher aufgestanden, um in Ruhe etwas zu arbeiten (vielleicht geht derjenige dafür auch für einige Stunden an einen externen Arbeitsplatz). Es gibt keine Hektik, keinen Stress. Warum? Weil niemand zur Schule muss. Kein Terminplan muss eingehalten werden. Die Kinder können ihre Schlafanzüge anlassen, oder sich ihre Tagesklamotten anziehen – wie sie wollen. Sie können spielen was und wie lange sie möchten.

Familie, Selbstfindung

Vogelfrei: Kein Besitz, keine Wohnung, keine Verpflichtungen – Was man lernt, wenn man alles loslässt

Um herauszubekommen, wie wir wirklich leben wollen war für uns essentiell wichtig, einmal die komplette Freiheit zu erfahren: ohne Besitz, ohne Wohnung ohne Verpflichtungen durch Job, Kita / Schule und so weiter. Wir haben alles verkauft, unsere Wohnung gekündigt, und auch meinen Job und die Ausbildung meines Mannes ruhen lassen. Warum? Weil wir festgefahren waren in den alten Strukturen. Wir brauchten einen kompletten Schlussstrich, um unser Leben neu zu ordnen: Wie genau wollen wir leben? Welche Komponenten sollen enthalten sein und welche können weg? Was und wie viel wollen wir arbeiten? Wie sollen unsere Kinder aufwachsen? Das alles wollten wir erkunden (und dabei ein bisschen die Welt entdecken). Raus aus dem Land, raus aus dem Vollzeit-Job und raus aus dem Besitzdenken.

Familie

Weltweit reisen mit Kindern: Überall ist liebe

Auszug aus meinem Buch „Mit deiner Familie auf Langzeitreise“

Ängste und Zweifel werden dich bei dem großen Projekt „Reisefamilie“ regelmäßig begleiten und immer wieder auftauchen. Natürlich hängt es auch davon ab, ob du generell ein ängstlicher Typ bist oder nicht. Aber ganz ohne Angst und Zweifel geht es nicht – denn die beiden sind nicht umsonst da, sondern erfüllen eine wichtige Funktion. Sie warnen dich vor unüberlegten Handlungen, die evtl. lebensgefährlich sein könnten und zwingen dich, deinen Lebensweg immer wieder zu hinterfragen. Der Überwindung deiner Ängste vor dem Antritt der Reise (oder auch währenddessen) habe ich ein ganzes Kapitel in meinem Buch gewidmet. In diesem Auszug geht es um den Fokus auf das Positive, die allgegenwärtige Liebe.