Freies Lernen

Zeit ist kostbar: Wieviel Zeit in der Schule verbringen wir wirklich mit lernen?

Über diesen Beitrag bin ich auf dem Blog einer (ehemaligen) Lehrerin aus England gestoßen, die über ihre Erfahrungen mit dem Schulsystem schreibt. Mir geht es hier nicht darum, ob Schule „gut“ oder „schlecht“ ist – es geht einzig und allein um die Lernerfahrungen der Kinder.

Dieser Artikel erschien im Original unter dem Titel „Time is precious“ auf monkeymum.blog. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Ich habe auf die ein oder andere Art insgesamt 30 meiner 35 Lebensjahre im Bildungssystem verbracht: Erst als Schülerin, dann als Studentin und später als Lehrerin. Seitdem wir entschieden haben, unsere Kinder zuhause zu unterrichten, denke ich über den typischen Schultag nach. Und wie viele der Stunden, die ein Kind in der Schule verbringt, wirklich „gelernt“ wird.

Freies Lernen, Selbstfindung

Bildungsfreiheit in England: Wie Familien hier leben (dürfen)

Wir sind jetzt seit fast drei Monaten in England. Über Facebook haben wir schon im Vorfeld Kontakte geknüpft, uns dann über Housesitting eine Weile Land und Leute angeschaut und uns schlussendlich ein kleines Häuschen gemietet. Neben den gemütlichen kleinen Ortschaften mit urigen alten Pubs und Cottages fasziniert uns an England vor allem eines: die Bildungsfreiheit.

Bildungsfreiheit? Was bedeutet das und wozu soll das gut sein?

Kommt mit und schaut mit mir durchs Schlüsselloch eines gemütlichen kleinen Häuschens, in dem eine Familie mit drei Kindern wohnt. Niemand wird vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Die Kinder schlafen so lange sie möchten, stehen dann auf um zu spielen und irgendwann gibt es Frühstück mit einem oder beiden Elternteilen. Einer der beiden Eltern ist vielleicht schon etwas früher aufgestanden, um in Ruhe etwas zu arbeiten (vielleicht geht derjenige dafür auch für einige Stunden an einen externen Arbeitsplatz). Es gibt keine Hektik, keinen Stress. Warum? Weil niemand zur Schule muss. Kein Terminplan muss eingehalten werden. Die Kinder können ihre Schlafanzüge anlassen, oder sich ihre Tagesklamotten anziehen – wie sie wollen. Sie können spielen was und wie lange sie möchten.