Freies Lernen, Selbstfindung

Bildungsfreiheit in England: Wie Familien hier leben (dürfen)

Wir sind jetzt seit fast drei Monaten in England. Über Facebook haben wir schon im Vorfeld Kontakte geknüpft, uns dann über Housesitting eine Weile Land und Leute angeschaut und uns schlussendlich ein kleines Häuschen gemietet. Neben den gemütlichen kleinen Ortschaften mit urigen alten Pubs und Cottages fasziniert uns an England vor allem eines: die Bildungsfreiheit.

Bildungsfreiheit? Was bedeutet das und wozu soll das gut sein?

Kommt mit und schaut mit mir durchs Schlüsselloch eines gemütlichen kleinen Häuschens, in dem eine Familie mit drei Kindern wohnt. Niemand wird vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Die Kinder schlafen so lange sie möchten, stehen dann auf um zu spielen und irgendwann gibt es Frühstück mit einem oder beiden Elternteilen. Einer der beiden Eltern ist vielleicht schon etwas früher aufgestanden, um in Ruhe etwas zu arbeiten (vielleicht geht derjenige dafür auch für einige Stunden an einen externen Arbeitsplatz). Es gibt keine Hektik, keinen Stress. Warum? Weil niemand zur Schule muss. Kein Terminplan muss eingehalten werden. Die Kinder können ihre Schlafanzüge anlassen, oder sich ihre Tagesklamotten anziehen – wie sie wollen. Sie können spielen was und wie lange sie möchten.

Selbstbestimmt Arbeiten, Selbstfindung

Plädoyer für mehr Familienzeit

Zeit für die Familie ist wichtig, das wissen wir alle. Unsere Kinder brauchen uns für ihre gesunde Entwicklung. Sie wollen bei uns sein, mit uns spielen, von uns lernen, einfach den Alltag mit uns erleben. Das gilt sowohl für die ganz kleinen als auch für die größeren Kinder, die schon etwas selbstständiger sind.

Der Hauptgrund, warum wir auf unsere lange Reise aufgebrochen sind, war die fehlende Zeit als Familie. Der Ablauf war jeden Tag der gleiche: Mit Zeitdruck aufstehen und fertig machen für die Kita, dann schnell auf die Arbeit und nach der Arbeit rechtzeitig zurück sein bei der Kita. Wir waren so eingespannt im Hamsterrad, dass wir am Tag nur wenige gemeinsame Stunden miteinander verbringen konnten. Auch der enge Zeitplan der Kita störte uns – und vorallem unsere Tochter, die einfach einen ganz anderen Rhythmus hatte und sich sehr schwer mit den dortigen Strukturen tat. Dass unser Sohn (derzeit 1) nicht in die Kita gehen sollte, stand für uns sehr schnell fest. Warum wollen wir Kinder bekommen, wenn wir sie dann den ganzen Tag fremdbetreuen lassen sollen? Das macht für uns keinen Sinn.

Familie

In England Fuß fassen (ohne Arbeit, Konto & Wohnung)

In diesem Beitrag möchten wir euch ein paar Tipps geben, wie wir ohne Planung (denn es war eigentlich nicht geplant, dass wir hier bleiben) in England Fuß gefasst haben. Hauptgrund für uns war, dass es hier völlig legal ist, seine Kinder zuhause zu unterrichten bzw. frei lernen zu lassen. Wir hoffen einigen dabei helfen zu können, einen Weg nach England, bzw. ins Freilernen zu finden.

Als wir mit unserem Auto und unseren Kindern mit der Fähre nach England kamen, waren wir eigentlich immer noch auf unserer open-end Europareise „unterwegs“, aber wurden so langsam der immer wieder wechselnden Aufenthalte müde. Und so entschlossen wir uns hier eine Wohnung oder Haus zu suchen.

Familie, Selbstfindung

Vogelfrei: Kein Besitz, keine Wohnung, keine Verpflichtungen – Was man lernt, wenn man alles loslässt

Um herauszubekommen, wie wir wirklich leben wollen war für uns essentiell wichtig, einmal die komplette Freiheit zu erfahren: ohne Besitz, ohne Wohnung ohne Verpflichtungen durch Job, Kita / Schule und so weiter. Wir haben alles verkauft, unsere Wohnung gekündigt, und auch meinen Job und die Ausbildung meines Mannes ruhen lassen. Warum? Weil wir festgefahren waren in den alten Strukturen. Wir brauchten einen kompletten Schlussstrich, um unser Leben neu zu ordnen: Wie genau wollen wir leben? Welche Komponenten sollen enthalten sein und welche können weg? Was und wie viel wollen wir arbeiten? Wie sollen unsere Kinder aufwachsen? Das alles wollten wir erkunden (und dabei ein bisschen die Welt entdecken). Raus aus dem Land, raus aus dem Vollzeit-Job und raus aus dem Besitzdenken.

Freies Lernen

Film-Tipp: Alphabet – Angst oder Liebe

Der Dokumentarfilm Alphabet – Angst oder Liebe (2013) ist ein Film über unsere heutige Leistungsgesellschaft. Wie verändert es die natürliche Neugier und Kreativität von Kindern, wenn sie Bildungseinrichtungen besuchen? Was geschieht mit jungen Menschen, die zu immer besseren Leistungen angetrieben werden? Warum unterdrücken wir das kindliche Spiel und ersetzen es durch vorgefertigte Antworten und Konkurrenzkampf?

Diesen Fragen geht Regisseur Erwin Wagenhofer in seinem Film „Alphabet“ auf den Grund. Er lässt Lehrer, Schüler, Bildungsexperten, Hirnforscher und Freilerner zu Wort kommen und stellt dabei die riesige Mauer zwischen „Freiheit“ und „Kontrolle“ – oder auch „Liebe“ und „Angst“ deutlich gegenüber. Den Trailer zum Film könnt ihr euch unter www.alphabet-film.com anschauen. Ein Interview mit Regisseur Erwin Wagenhofer sowie weiterführendes Material zum Film gibts unter alphabet-film.com/schulmaterial

Familie

Kostenfrei übernachten durch Housesitting – wie geht das?

Hätte mir jemand vor einem halben Jahr erzählt, dass man weltweit kostenfrei Urlaub machen kann – ich hätte ihn für verrückt erklärt. Wie das geht? Als Housesitter passt du auf ein Haus (und meist auch deren tierische Bewohner wie Hunde, Katzen, Hasen, manchmal aber auch Schweine, Pferde usw. auf), während die Hausbesitzer woanders Urlaub machen. Das spart dem Hausbesitzer eine teure Tierpension bzw. einen Pfleger und du bekommst für deine Arbeit eine kostenfreie Unterkunft. Wahnsinn, oder? Und das Ganze lässt sich auch noch super mit Kindern umsetzen!

Wir haben bereits einige Housesits über private Kontakte gemacht und nun unseren zweiten offiziellen über trustedhousesitters.com. Bei dieser Plattform bezahlt man eine einmalige Registrierungsgebühr von rund 90 Euro und kann dann sein Profil dort anlegen und die Inserate durchsuchen.

Familie

Weltweit reisen mit Kindern: Überall ist liebe

Auszug aus meinem Buch „Mit deiner Familie auf Langzeitreise“

Ängste und Zweifel werden dich bei dem großen Projekt „Reisefamilie“ regelmäßig begleiten und immer wieder auftauchen. Natürlich hängt es auch davon ab, ob du generell ein ängstlicher Typ bist oder nicht. Aber ganz ohne Angst und Zweifel geht es nicht – denn die beiden sind nicht umsonst da, sondern erfüllen eine wichtige Funktion. Sie warnen dich vor unüberlegten Handlungen, die evtl. lebensgefährlich sein könnten und zwingen dich, deinen Lebensweg immer wieder zu hinterfragen. Der Überwindung deiner Ängste vor dem Antritt der Reise (oder auch währenddessen) habe ich ein ganzes Kapitel in meinem Buch gewidmet. In diesem Auszug geht es um den Fokus auf das Positive, die allgegenwärtige Liebe.

Familie

Vier mal frei im Interview: Wir berichten über unsere Reise

Wie aufregend – unser erstes Interview ist soeben erschienen! Stefan von der Familie auf Weltreise hat mich zu unseren Reiseerfahrungen befragt – während er auf den Philippinen in einem Hostel saß und ich in England bei einem Housesit. Telefoniert haben wir via Skype mit erstaunlich guter Verbindung (nur einmal hat es etwas gehakt). Im Interview erzähle ich zum Beispiel:

  • Wie wir unsere Reise finanzieren
  • Wie es zum Entschluss kam, alle Zelte in Deutschland abzubrechen
  • Wie wir günstige Unterkünfte finden
  • und vieles mehr

Den 25-minütigen Weltreise-Podcast könnt ihr euch hier anhören: