Familie

Familienreise: Uniform hier, Uniform da

Wir haben uns gut im Haus eingelebt und auch Molly, die Katze die wir betreuen, scheint zufrieden mit uns. Gestern haben wir uns das Lapworth Museum of Geology anschaut – das einzige kostenfreie Museum, das ich hier finden konnte. Es gibt zwar viele tolle Museen und spannende Aktivitäten für Kinder in Birmingham, aber die Eintritte haben es in sich. 70 Pfund als Familie für eine Schlossbesichtigung, 20+ Pfund für den botanischen Garten, …

Das Lapworth-Museum ist toll! Es gibt viel über Dinosaurier und andere Tiere aus vergangenen Zeiten, ebenso wie Pflanzen und Gesteine zu sehen. Das Museum befindet sich direkt auf dem Uni-Campus – so dass wir also auch noch in das rege Studententreiben hier reinschnuppern können.

Familie

Neustart in England

Abgesehen von der anfänglich komplizierten Unterkunftsuche war England bisher sehr freundlich zu uns. Schon bei der ersten Fahrt von der Fähre in Newcastle aus dachte ich: „Diese Landschaft! Also die wollen uns hier aber wirklich zum Dableiben überreden!“. So ging es dann immer weiter. Die Menschen waren bisher ausnahmslos offen, freundlich und hilfsbereit zu uns.

Quasi vor der Haustür haben wir den Ozean und können von dort direkt rüber nach Schottland schauen. Majestätische sanfte Berge erheben sich dort jenseits des Wassers. Besonders schön ist der Blick, wenn gerade Ebbe ist und wir kilometerweit über den Sand laufen können. Diese Aussicht ist einfach nur atemberaubend. Man kann so unendlich weit schauen.

Familie

Tatendrang und Hoffnung

Der zweite Tag in England. Nach dem Schock von gestern bin ich heute voller Tatendrang und will es unbedingt schaffen, aus dieser Misere herauszukommen. Nach nur fünf Stunden Schlaf setze ich mich gleich früh an den Laptop und baue mein Portfolio als Webdesign-Freelancerin zusammen, damit ich mich auf Projekte bewerben kann. Den ganzen Tag mache ich nichts anderes als auf diesem harten Stuhl zu sitzen und in die Tasten zu hauen. Draußen stürmt es den ganzen Tag gewaltig. Immer wieder prasseln heftige Regenschauer herunter, dann klart es wieder auf, um sich kurz darauf wieder mit dunklen Wolken zuzuziehen. Zum Glück haben unsere Gastgeber die offene Autoscheibe mit einer stabilen Tüte zugeklebt – unser Auto stünde sonst unter Wasser. Am Abend bin ich fertig mit meiner Arbeit. Ich habe nun eine Webseite und kann mich ab morgen damit bewerben.

Am nächsten Morgen geht es los. Ich durchstöbere Jobbörsen und kontaktiere ein paar Leute von früher. Einen kleinen Auftrag habe ich vielleicht schon – mal schauen. Außerdem hab ich weiter am Buch gearbeitet. Achso, das Buch habe ich ja noch gar nicht erwähnt! Seit wir aus Berlin losgefahren sind habe ich immer mal wieder ein bisschen was geschrieben. Daraus geworden ist ein Buch für (angehende) Reisefamilien mit vielen Tipps und Tricks zum Umsetzen einer Langzeitreise mit Kindern. In spätestens fünf Wochen soll es fertig sein. Ich bin gespannt!

Familie

Was an einem Tag alles schief gehen kann

Was war das bitte für ein Tag? Allein über diesen Tag könnte ich schon ein Buch schreiben. Oh Mann! Aber fangen wir mal von vorn an.

Gestern abend hatte uns ja der AirBNB Mann super kurzfristig abgesagt und wir hatten spät abends noch versucht, ein Cottage in England zu buchen. Es schien auch geklappt zu haben, zumindest kam eine Bestätigungsmail. Ab dem Aufenthalt auf der Fähre hatten wir keinen Empfang mehr, weder telefonisch noch Internet. Also blieb nur hoffen.

Familie

Das schönste AirBNB aller Zeiten (und das Desaster beginnt)

Wir sind heute von Kiel gestartet und in unserem neuen Quartier für diese Nacht – nahe Oldenburg – eingetrudelt. Ein Haus, so wunderbar, wild und frei, dass man es kaum beschreiben kann. Der Garten wächst wild, das Haus wirkt selbstgebaut und alles hier drin scheint liebevoll selbstgemacht – ein Lebenswerk. Die Böden sind überall mit bunten Mosaiksteinen verziert, in jeder Ecke gibt es kleine Details zu entdecken. Es ist niemand hier. Die Gastgeberin muss spontan eine Nachtschicht einlegen und die Tochter ist noch in der Stadt unterwegs – wir haben also das wunderschöne Haus am Abend für uns.

Ich klappe den Laptop auf, um endlich mal ein bisschen zu arbeiten. Aber ich rufe zuerst Mails ab. Und zuerst Mails abrufen kann einem gehörig die Laune verderben. Eigentlich war ich wegen der Finanzlage für heute schon genug bedient. Genervt, gereizt, fast den ganzen Tag. Die schlechte Nachricht: Unser AirBNB in England sagt für übermorgen spontan ab. Wir haben also die ersten zehn Tage in England keine Bleibe mehr. Super. Nix mit Arbeiten am Laptop, ein Bett für uns alle in England suchen ist angesagt. Ich bin durch mit den Nerven. Eine gute Nachricht gibt es nicht.

Familie

Zwischenstopp in Kiel

Unsere zwei Monate in Schweden sind zuende gegangen und wir befinden uns auf dem Weg nach Amsterdam, um dort mit der Fähre nach England zu fahren. Unterwegs machen wir Halt in Kiel bei Freunden. Da ich vor über 10 Jahren in Kiel studiert habe – also schonmal einige Jahre hier gewohnt habe – kommt immer ein bisschen Heimatgefühl auf. Wir fahren zur Ostsee und lassen uns die frische Brise um die Nase wehen. Außerdem machen wir im Offenen Kanal (alias Bürgerradio) noch eine kleine Kinder-Radiosendung, da meine Freundin dort arbeitet. Wieder in einer festen Wohnung bei jemandem zu sein, macht uns dann doch etwas wehmütig. So ein fester Ort, an den man immer zurück kann, ist schon schön. Wir möchten uns auf jeden Fall irgendwo niederlassen in den nächsten Monaten. Jetzt müssen wir nur noch einen schönen Ort finden :)

Blöderweise haben wir mal unsere Finanzen gecheckt und festgestellt, dass wir weit über unserem Budget leben. Zwar haben wir in Schweden günstig gewohnt, aber Essen, Benzin und Unternehmungen haben dort Unsummen verschlungen. Dazu kommt noch, dass die Einnahmen über mein Schnittmuster-Label stark zurückgegangen sind. Es ist also wohl doch nicht so einfach, wie wir uns das am Anfang gedacht hatten. Wir müssen uns dringend etwas überlegen, wie wir unterwegs noch Geld verdienen können.

Familie

Magda mit den blauen Haaren

Unsere große Tochter redet seit Monaten ununterbrochen von Pferden. Wenn sie groß ist, möchte sie mit ihrer Kita-Freundin Elin einen Pferdehof haben. Stall, Zäune und das Haus zum Leben möchten sie selbst aus Holz bauen, ebenso wie alles andere was man so zum Leben braucht. Ob die beiden dann auch heiraten werden oder nur so zusammen wohnen, haben sie noch nicht entschieden. Ich liebe die einfache und direkte Art, wie Kinder denken!

Nur fünf Minuten von unserem Haus entfernt haben wir einen wunderschönen Reiterhof entdeckt. Er liegt so idyllisch, dass mir bei der ersten Fahrt dort hin fast die Tränen kamen. Weite, unberührte Natur soweit das Auge reicht. Auf allen Feldern und in den Wäldern versteckt liegen tausende kleiner und großer Findlinge, mit Moos und Flechten überwachsen. Ich möchte am Liebsten sofort in eines der kleinen Holzhäuschen dort ziehen.

Familie

Abenteuer im Märchenwald & Der verschlossene Turm

In Schweden gibt es sehr viele Naturreservate, ich glaube insgesamt um die 30. Den Store Mosse Nationalpark hatten wir auf unserer ersten Schwedenreise schon besucht und heute sollte es der urwaldähnliche Nationalpark Norra Kvill sein – nur eine Stunde von unserem Häuschen entfernt. Auf dem Parkplatz stehen acht weitere Autos, davon sechs mit deutschem Kennzeichen. Klar, die Deutschen sind wieder überall! Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an einem deutschen Auto vorbeifahren oder Deutsche im Supermarkt treffen. Dabei ist unser Heimatland doch gar nicht so groß :)