Selbstfindung

Was ist eigentlich diese Erfüllung, nach der alle suchen?

„Ich möchte ein erfülltes Leben führen – in meiner beruflichen Tätigkeit und darüber hinaus!“ – an diesen Satz klammere ich mich seit vielen Jahren und bin stetig auf der Suche, wie und wobei ich diese Erfüllung denn nun finden könnte. Kennst du das auch? Tief im Herzen will sicherlich jeder etwas tun, das ihm das Gefühl von Sinnhaftigkeit gibt. Diese eine Sache, zu der wir „bestimmt“ sind und bei der wir unser volles Potenzial leben können.

Gestern kam mir jedoch ein Gedanke, der mich gerade sehr beschäftigt.

Der Begriff „Erfüllung“ klingt so groß und mächtig, fast wie eine Erleuchtung – etwas Magisches haftet diesem Wort an. Das gilt auch für die Worte „Berufung“ und „Gabe“. Mittlerweile werden diese Wörter beinahe inflationär gebraucht – in der Persönlichkeitsentwicklungs- und Coaching-Szene, in zahlreichen Facebook-Gruppen und Foren, im Alltag und auch hier auf meinem Blog.

Selbstfindung

Die Sache mit der Midlife Crisis oder: Warum wir uns stetig verändern (sollten)

Kann man mit Mitte Dreißig überhaupt von einer Midlife Crisis sprechen? Ich finde ja. Denn der Begriff drückt den Drang nach einer Neuorientierung aus („das Alte passt nicht mehr, aber ich weiß nicht was das Neue sein soll“) und ich bin mir sicher, dass sie bei manchen auch deutlich früher als 40 oder 50 beginnen kann. Wie bei mir zum Beispiel.

Wahrscheinlich gibt es viele verschiedene Auslöser einer solchen Krise. Ich denke, dass das Elternwerden definitiv dazu gehört und die Neupositionierung in der Welt in der verantwortungsvollen neuen Rolle die man ab dann spielt. Aber auch wenn man ein „Suchender“ ist, man sich selbst erkennen und nach den ureigensten Prinzipien handeln will – Stichwort „Selbstbestimmt leben“, kann man in so eine Phase rutschen. Wer bin ich, unter all diesen Schichten von Glaubenssätzen und Erwartungen, die andere an mich herantragen (bzw. in der Vergangenheit trugen) oder die ich glaub(t)e, erfüllen zu müssen? Wer bin ich und wer will ich sein?

Selbstfindung

Vom Umgang mit dem Tod

Ich habe eine zwiegespaltene Meinung zum Tod. Für mich ist nicht das Alter entscheidend, in welchem ein Mensch gehen muss, sondern seine Einstellung zum Leben. Ich bin gespannt, wie ihr das seht – schreibt mir doch gern einen Kommentar. Aber nun möchte ich euch erstmal meine Sichtweise darlegen und von meinen Erfahrungen berichten.

Es gibt Menschen (meistens Ältere), die keinen Lebenswillen mehr haben. Sich seit Jahren aufgegeben haben und nur noch dahinsiechen, depressiv sind, in die Luft starren, keine Freude am Leben haben. Sich über alles und jeden beschweren. Ich habe das Gefühl, dass solche Menschen vom Tod erlöst werden. Sie haben es endlich geschafft, müssen nicht mehr da sein. Oft reden sie zu Lebzeiten sogar davon, dass sie keine Lust mehr haben.

Aber dann gibt es Menschen, die einen unbändigen Lebenswillen haben. Ihr Leben genießen, mit ihren Kindern toben, Träume und Visionen haben. Die vielleicht gerade mal in der Mitte ihres Lebens angekommen sind. Wenn so jemand stirbt, werde ich unglaublich traurig. Ich verstehe diese Ungerechtigkeit nicht, Kindern ein Elternteil wegzunehmen. Sorry Tod, das erschließt sich mir nicht. Wenn ich in 20 Jahren erleuchtet bin, sehe ich das vielleicht anders, aber jetzt finde ich es noch scheiße.

Selbstbestimmt Arbeiten, Selbstfindung

Die Sache mit dem Bloggen

Als BloggerIn kann man entweder einfach nur über Fakten berichten – News, Produktrezensionen, Anleitungen, Reiseberichte, … oder man schreibt eine Art persönliches Tagebuch. Zu vielen verschiedenen Themen oder einem ganz speziellen. Ich blogge seit mittlerweile fünf Jahren regelmäßig (vorher sporadisch) und fast nur über unpersönliche Dinge. Das stört mich schon immer. Es ist nämlich so, dass ich durchaus sehr viele Gedanken habe, die ich gern teilen würde. Auf der anderen Seite bekomme ich jedes Mal einen Rappel, wenn ich was Persönliches poste. Innerhalb weniger Stunden dreht mein Gehirn so durch, dass ich den Beitrag dann wieder offline nehme.

An Silvester haben Philip und ich ein Lied aufgenommen (gecovert), einfach zum Spaß. Ich hatte die intuitive Idee, den Song auf Facebook zu posten, einfach um mal zu zeigen was wir so machen – als Eltern, am Silvesterabend in einem kleinen englischen Dörfchen. Immerhin verbindet uns die Liebe zur Musik schon seit vielen Jahren. Es hat zwei Tage gedauert, bis ich mich überwunden habe das Lied zu posten. Ich wollte die Aufnahme außerdem völlig unbearbeitet hochladen, trotz kleiner Fehler. Nichts rumschneiden oder korrigieren. Hey, das ist das echte Leben! Direkt nach dem Posten spürte ich die Panik hochkriechen und wollte es am Liebsten sofort wieder löschen. Aber ich versuche, es jetzt mal auszuhalten und zu erforschen. Was ist es, das mir solche Angst macht, wenn ich mich öffne? Warum schaffe ich es nicht, etwas Persönliches zu posten und dann auch online zu lassen?

Selbstfindung

Vom Mut, sich so zu zeigen wie man ist

Vielleicht kommt es hier auf dem Blog manchmal so rüber, als hätte ich selbst all das schon 100%ig verinnerlicht, was ich hier schreibe. Aber auch für mich ist es eine Reise, ein fortdauernder Prozess. Mal sehe ich die Dinge ganz klar und kann sie problemlos umsetzen, mal falle ich in alte Muster zurück. In diesem Beitrag geht es um das große Thema Authentizität und den Mut, sich der Welt so zu zeigen wie man ist.

In Blogs und sozialen Medien erscheint uns das Leben der Anderen oft makellos, aufregend und immer fröhlich. Die Wohnung ist perfekt aufgeräumt, die Arbeit geht uns leicht von der Hand und macht Spaß, die sind Kinder glücklich und der Körper in Topform (oder auf dem Weg dahin). Es werden Challenges bewältigt, Alltag und Aussehen optimiert und eigene Erfolge gefeiert. Dass dies nur eine Seite der Medaille ist, wissen wir insgeheim – doch die tollen Bilder beeinflussen uns dennoch und lassen ein fades Gefühl der eigenen Unvollkommenheit zurück. Wir sehen nur klitzekleine Ausschnitte des jeweiligen Lebens, nicht das große Ganze. Die Unordnung im Nebenraum, Pizza und Schokolade am Abend, das schreiende Kind, der Streit mit dem Partner, der Ärger im Job oder die schlechte Laune, wenn mal alles anders läuft als geplant – all das wird meist nicht gezeigt. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber sie sind längst nicht die Regel. Wir möchten nach außen hin gut rüberkommen, akzeptiert und angesehen werden, niemandem die Laune verderben – also zeigen wir nur das Gute.

Freies Lernen, Selbstfindung

Gemeinsam frei lernen: Gedanken zum Freilernen und bedürfnisorientierten Leben

Unsere Wünsche und Vorstellungen davon, wie und wo es für uns weitergehen soll – mit unserer Reise, unserem zukünftigen Lebensmittelpunkt, einem geeigneten Lernort für unsere Kinder – ändert sich momentan fast wöchentlich. Das mag chaotisch erscheinen, spiegelt jedoch für uns einen ganz natürlichen Prozess wieder. Es spielen so viele Faktoren mit hinein, die alle bedacht und priorisiert werden wollen. Zu unserer Familie gehören vier Menschen und jedem von ihnen wollen wir so weit es geht gerecht werden. Wir hören uns um, lesen viel, schauen neue Dokus – und mit jeder neuen Information, sowie unserer persönlichen Entwicklung und entstehenden Bedürfnissen kommen auch neue Gedankengänge.

In unserem Häuschen hier in England ist es wunderschön. Unsere Tage sind sehr entspannt, viel entspannter als sie „im Hamsterrad“ je waren. So entspannt und ruhig, wie wir es immer wollten. Doch das Ankommen im neuen Land fällt nicht allen so leicht. Unserer großen Tochter erscheint die neue Sprache als unüberwindbare Hürde. Nachdem sie am Anfang noch euphorisch überall hin wollte, ist sie momentan lieber zuhause und möchte keine englischen Kinder sehen. Natürlich wollen wir sie auch nicht dazu zwingen. Wir versuchen hier und da kleine Unternehmungen zu machen, die andere Menschen involvieren und lassen alles ruhig angehen. Denn auch wir Großen müssen uns erstmal einleben und die Gedanken ordnen.

Selbstfindung

Wie du deine Ängste überwinden und dir ein freies, unabhängiges Leben aufbauen kannst

Viele Menschen stehen nicht in Verbindung zu sich selbst, zu ihren inneren Werten, Bedürfnissen und Träumen. Auch ich bin noch mitten im Lernprozess. Schon in jungen Jahren werden Erwartungen von vielen Seiten an uns herangetragen. Unsere Eltern wollen nur das Beste für uns und drücken uns vielleicht ihre Karriere- und Lebensvorstellungen auf. Unsere Lehrer treiben uns zu Hochleistungen an, damit wir nicht durch schlechte Noten als Versager dastehen. Uns wird vermittelt, dass wir ohne gute Leistungen, ohne enorme Anstrengung keinen Job / keinen Partner / keine finanzielle Erfüllung finden werden. Dadurch entstehen Ängste, die uns oft bis ins Erwachsenenalter begleiten.

Das Leben ist eine Reise und ich befinde mich gerade mitten in einem Wirbelsturm. Ich spüre, dass ich reif für große Veränderungen bin (dazu folgen in den kommenden Wochen noch einige Beiträge). Eigentlich weiß ich, wo ich hin will. Aber da sind all diese Ängste, all diese alten Glaubenssätze. Ich bin sicher, dass du sie auch kennst :) Auf meinem Weg, meine ganz eigene Wahrheit zu finden, möchte ich dich auf diesem Blog teilhaben lassen. Denn ich möchte auch dir da draußen helfen, ganz selbstbestimmt zu leben und deine wahre Essenz zu entdecken.

Freies Lernen, Selbstfindung

Bildungsfreiheit in England: Wie Familien hier leben (dürfen)

Wir sind jetzt seit fast drei Monaten in England. Über Facebook haben wir schon im Vorfeld Kontakte geknüpft, uns dann über Housesitting eine Weile Land und Leute angeschaut und uns schlussendlich ein kleines Häuschen gemietet. Neben den gemütlichen kleinen Ortschaften mit urigen alten Pubs und Cottages fasziniert uns an England vor allem eines: die Bildungsfreiheit.

Bildungsfreiheit? Was bedeutet das und wozu soll das gut sein?

Kommt mit und schaut mit mir durchs Schlüsselloch eines gemütlichen kleinen Häuschens, in dem eine Familie mit drei Kindern wohnt. Niemand wird vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Die Kinder schlafen so lange sie möchten, stehen dann auf um zu spielen und irgendwann gibt es Frühstück mit einem oder beiden Elternteilen. Einer der beiden Eltern ist vielleicht schon etwas früher aufgestanden, um in Ruhe etwas zu arbeiten (vielleicht geht derjenige dafür auch für einige Stunden an einen externen Arbeitsplatz). Es gibt keine Hektik, keinen Stress. Warum? Weil niemand zur Schule muss. Kein Terminplan muss eingehalten werden. Die Kinder können ihre Schlafanzüge anlassen, oder sich ihre Tagesklamotten anziehen – wie sie wollen. Sie können spielen was und wie lange sie möchten.