Selbstbestimmt Arbeiten, Selbstfindung

Die Sache mit dem Bloggen

Die Sache mit dem Bloggen

Als BloggerIn kann man entweder einfach nur über Fakten berichten – News, Produktrezensionen, Anleitungen, Reiseberichte, … oder man schreibt eine Art persönliches Tagebuch. Zu vielen verschiedenen Themen oder einem ganz speziellen. Ich blogge seit mittlerweile fünf Jahren regelmäßig (vorher sporadisch) und fast nur über unpersönliche Dinge. Das stört mich schon immer. Es ist nämlich so, dass ich durchaus sehr viele Gedanken habe, die ich gern teilen würde. Auf der anderen Seite bekomme ich jedes Mal einen Rappel, wenn ich was Persönliches poste. Innerhalb weniger Stunden dreht mein Gehirn so durch, dass ich den Beitrag dann wieder offline nehme.

An Silvester haben Philip und ich ein Lied aufgenommen (gecovert), einfach zum Spaß. Ich hatte die intuitive Idee, den Song auf Facebook zu posten, einfach um mal zu zeigen was wir so machen – als Eltern, am Silvesterabend in einem kleinen englischen Dörfchen. Immerhin verbindet uns die Liebe zur Musik schon seit vielen Jahren. Es hat zwei Tage gedauert, bis ich mich überwunden habe das Lied zu posten. Ich wollte die Aufnahme außerdem völlig unbearbeitet hochladen, trotz kleiner Fehler. Nichts rumschneiden oder korrigieren. Hey, das ist das echte Leben! Direkt nach dem Posten spürte ich die Panik hochkriechen und wollte es am Liebsten sofort wieder löschen. Aber ich versuche, es jetzt mal auszuhalten und zu erforschen. Was ist es, das mir solche Angst macht, wenn ich mich öffne? Warum schaffe ich es nicht, etwas Persönliches zu posten und dann auch online zu lassen?

Ich mache schon lange vieles anders als „die breite Masse“ und bin damit oft angeeckt. Das ist eigentlich das Hauptproblem. Ich ecke nicht gern an. Ich will keine bösen Kommentare hören oder lesen. Ich will nicht auffallen. Aber das tue ich, einfach dadurch, dass ich so bin wie ich bin. Ich hinterfrage viel, eigentlich das gesamte System „Welt“ oder „Gesellschaft“. Darüber möchte ich wahnsinnig viel schreiben. Andere zum Nachdenken anregen. Einen Blick über den Tellerrand wagen. Aber ich traue mich einfach nicht. Ein Dilemma! Wie jeder Andere auch möchte ich gemocht werden. Keinen Streit anfangen. Nicht verurteilt werden, ausgeschlossen werden und was für Ängste da noch alles mit dranhängen. Wenn ich mit anderen BloggerInnen spreche kommt dieses Thema immer wieder hoch. Wir haben viel zu sagen, aber trauen uns nicht. Löschen die Beiträge wieder, oder sogar den ganzen Blog. Na, wem von euch kommt das bekannt vor?

Aber jetzt ist Vieles anders. Ich habe meine Komfortzone in den vergangenen Monaten so oft verlassen, dass ich nun auch bereit für den nächsten Kick bin. Das Teufelchen auf der rechten Schulter spricht: „Wer will den zweimillionsten Blog zu diesem Thema lesen? Braucht die Welt deine gedanklichen Ergüsse, die schon so oft in anderer Form woanders zu lesen sind? Für wen hältst du dich?“ Aber auf der linken Schulter sitzt das Engelchen und flüstert: „Vielleicht interessiert es ja doch Jemanden? Vielleicht gibt es 10, 20, 100 Leute, die dieser Blog inspiriert? Jemanden, für den deine Worte einen tiefgreifenden Wandel ermöglichen?“. Was soll so schlimm daran sein, wenn man sein Gedankengut ins Internet bläst? Sicher werden es einige doof finden. Aber einige werden es auch toll finden. Im Prinzip sind es nur Buchstaben. Man kann sie lesen oder ignorieren. Niemand ist gezwungen, sich den Kram reinzuziehen. Und es ist mein gutes Recht, frei meine Meinung zu äußern. Jetzt geht es los.

Themen die mir wichtig erscheinen:

  • sich selbst heilen (Vergangenheit, Verletzungen, inneres Kind, …)
  • gleichberechtigter Umgang mit Kindern, wirklich zuhören, ihre Bedürfnisse erkennen und ihre Persönlichkeitsrechte wahren
  • gewaltfreie Kommunikation
  • Toleranz, Akzeptanz, andere Menschen sein lassen wie sie sind
  • Umweltschutz, Artenschutz, Tierrechte
  • Recht auf freie Bildung
  • Reform des Bildungssystems
  • Reform des Arbeitsmarktes
  • Reform des Gesundheitssystems
  • Reform des Steuersystems
  • Reform des Bankensystems
  • Verteilung & Bedeutung von Geld

Veröffentlicht von Julia

Hallo, ich bin Julia! Ich bin seit neun Monaten mit meiner Familie auf Langzeit-Reise durch Europa - man könnte es auch Selbstfindungstrip nennen. Wir mussten raus aus dem alten Trott und alles mal gut durchmischen. Was brauchen wir noch und was kann weg? Wie wollen wir in Zukunft leben? Wir haben in den vergangenen Monaten viel gelernt und jeder Tag bringt neue Erkenntnisse. Auf unserer äußeren und inneren Reise möchte ich dich gern in diesem Blog mitnehmen » mehr über mich

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