Selbstfindung

Was ist eigentlich diese Erfüllung, nach der alle suchen?

„Ich möchte ein erfülltes Leben führen – in meiner beruflichen Tätigkeit und darüber hinaus!“ – an diesen Satz klammere ich mich seit vielen Jahren und bin stetig auf der Suche, wie und wobei ich diese Erfüllung denn nun finden könnte. Kennst du das auch? Tief im Herzen will sicherlich jeder etwas tun, das ihm das Gefühl von Sinnhaftigkeit gibt. Diese eine Sache, zu der wir „bestimmt“ sind und bei der wir unser volles Potenzial leben können.

Gestern kam mir jedoch ein Gedanke, der mich gerade sehr beschäftigt.

Der Begriff „Erfüllung“ klingt so groß und mächtig, fast wie eine Erleuchtung – etwas Magisches haftet diesem Wort an. Das gilt auch für die Worte „Berufung“ und „Gabe“. Mittlerweile werden diese Wörter beinahe inflationär gebraucht – in der Persönlichkeitsentwicklungs- und Coaching-Szene, in zahlreichen Facebook-Gruppen und Foren, im Alltag und auch hier auf meinem Blog.

Familie

Kaiserschnitt und Frühgeburt: Wenn alles anders kommt als geplant

Ich möchte mit diesem Blog endlich eine Stufe weitergehen und auch persönlichere, tiefer gehende Themen ansprechen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade diese Beiträge anderen Menschen am meisten weiterhelfen. Heute gibt es also den ersten offenen Beitrag über meine nicht ganz so optimalen Schwangerschaften und wie ich damit umgegangen bin.

Vornweg möchte ich jedoch noch etwas Wichtiges loswerden. Mir ist bewusst, dass das hier Jammern auf hohem Niveau ist. Ich habe zwei gesunde Kinder bekommen, trotz aller Widrigkeiten. Und ich bin in höchstem Maße dankbar dafür, jeden Tag! Ich weiß, dass viele Menschen gar keine Kinder bekommen können oder gar ein Kind verloren haben. Das ist schrecklich und ich möchte mich in keinem Falle darüber erheben. Dies ist einfach ein Erfahrungsbericht und eine Ermutigung für Menschen, die ähnliches durchmachen bzw. durchgemacht haben.

Selbstfindung

Die Sache mit der Midlife Crisis oder: Warum wir uns stetig verändern (sollten)

Kann man mit Mitte Dreißig überhaupt von einer Midlife Crisis sprechen? Ich finde ja. Denn der Begriff drückt den Drang nach einer Neuorientierung aus („das Alte passt nicht mehr, aber ich weiß nicht was das Neue sein soll“) und ich bin mir sicher, dass sie bei manchen auch deutlich früher als 40 oder 50 beginnen kann. Wie bei mir zum Beispiel.

Wahrscheinlich gibt es viele verschiedene Auslöser einer solchen Krise. Ich denke, dass das Elternwerden definitiv dazu gehört und die Neupositionierung in der Welt in der verantwortungsvollen neuen Rolle die man ab dann spielt. Aber auch wenn man ein „Suchender“ ist, man sich selbst erkennen und nach den ureigensten Prinzipien handeln will – Stichwort „Selbstbestimmt leben“, kann man in so eine Phase rutschen. Wer bin ich, unter all diesen Schichten von Glaubenssätzen und Erwartungen, die andere an mich herantragen (bzw. in der Vergangenheit trugen) oder die ich glaub(t)e, erfüllen zu müssen? Wer bin ich und wer will ich sein?

Selbstbestimmt Arbeiten

Meine Herzensthemen oder: Warum Nischen doof sind

„Schreib doch einfach über dein Herzensthema! Jeder hat eins!“ Heißt oft der Ratschlag in Bloggerkursen. Ich hab übrigens auch selbst einen solchen Kurs kreiert (komplett kostenfrei, falls du mal schauen willst: Wie du einen erfolgreichen Blog aufbaust) Darin schreibe ich explizit, dass eine Nische zwar Sinn machen kann, aber niemals zum Dogma werden sollte. Es kann dich so sehr in deiner kreativen Energie hemmen, wenn du dich auf nur ein Thema einschießen sollst. Manche Menschen sind einfach nicht dazu gemacht. Und auch gemischte Lifestyle-Blogs können mega erfolgreich sein.

Natürlich ist es wichtig, dass du aus dem Herzen schreibst. Über Themen die dich berühren. Aber wichtig ist hier der Plural. THEMEN. Es muss nicht nur um blaue Kaugummis oder vegane Zahnpflegeprodukte gehen. Nein, du kannst und darfst über alles schreiben, was dir in den Sinn kommt. Ob das nun eine Kombination aus deiner Liebe für Fallobst, grünen Pferdedecken, Reggae und Bergsteigen ist – who cares? DAS BIST DU!

Selbstfindung

Vom Umgang mit dem Tod

Ich habe eine zwiegespaltene Meinung zum Tod. Für mich ist nicht das Alter entscheidend, in welchem ein Mensch gehen muss, sondern seine Einstellung zum Leben. Ich bin gespannt, wie ihr das seht – schreibt mir doch gern einen Kommentar. Aber nun möchte ich euch erstmal meine Sichtweise darlegen und von meinen Erfahrungen berichten.

Es gibt Menschen (meistens Ältere), die keinen Lebenswillen mehr haben. Sich seit Jahren aufgegeben haben und nur noch dahinsiechen, depressiv sind, in die Luft starren, keine Freude am Leben haben. Sich über alles und jeden beschweren. Ich habe das Gefühl, dass solche Menschen vom Tod erlöst werden. Sie haben es endlich geschafft, müssen nicht mehr da sein. Oft reden sie zu Lebzeiten sogar davon, dass sie keine Lust mehr haben.

Aber dann gibt es Menschen, die einen unbändigen Lebenswillen haben. Ihr Leben genießen, mit ihren Kindern toben, Träume und Visionen haben. Die vielleicht gerade mal in der Mitte ihres Lebens angekommen sind. Wenn so jemand stirbt, werde ich unglaublich traurig. Ich verstehe diese Ungerechtigkeit nicht, Kindern ein Elternteil wegzunehmen. Sorry Tod, das erschließt sich mir nicht. Wenn ich in 20 Jahren erleuchtet bin, sehe ich das vielleicht anders, aber jetzt finde ich es noch scheiße.

Freies Lernen

Zeit ist kostbar: Wieviel Zeit in der Schule verbringen wir wirklich mit lernen?

Über diesen Beitrag bin ich auf dem Blog einer (ehemaligen) Lehrerin aus England gestoßen, die über ihre Erfahrungen mit dem Schulsystem schreibt. Mir geht es hier nicht darum, ob Schule „gut“ oder „schlecht“ ist – es geht einzig und allein um die Lernerfahrungen der Kinder.

Dieser Artikel erschien im Original unter dem Titel „Time is precious“ auf monkeymum.blog. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Ich habe auf die ein oder andere Art insgesamt 30 meiner 35 Lebensjahre im Bildungssystem verbracht: Erst als Schülerin, dann als Studentin und später als Lehrerin. Seitdem wir entschieden haben, unsere Kinder zuhause zu unterrichten, denke ich über den typischen Schultag nach. Und wie viele der Stunden, die ein Kind in der Schule verbringt, wirklich „gelernt“ wird.

Selbstbestimmt Arbeiten, Selbstfindung

Die Sache mit dem Bloggen

Als BloggerIn kann man entweder einfach nur über Fakten berichten – News, Produktrezensionen, Anleitungen, Reiseberichte, … oder man schreibt eine Art persönliches Tagebuch. Zu vielen verschiedenen Themen oder einem ganz speziellen. Ich blogge seit mittlerweile fünf Jahren regelmäßig (vorher sporadisch) und fast nur über unpersönliche Dinge. Das stört mich schon immer. Es ist nämlich so, dass ich durchaus sehr viele Gedanken habe, die ich gern teilen würde. Auf der anderen Seite bekomme ich jedes Mal einen Rappel, wenn ich was Persönliches poste. Innerhalb weniger Stunden dreht mein Gehirn so durch, dass ich den Beitrag dann wieder offline nehme.

An Silvester haben Philip und ich ein Lied aufgenommen (gecovert), einfach zum Spaß. Ich hatte die intuitive Idee, den Song auf Facebook zu posten, einfach um mal zu zeigen was wir so machen – als Eltern, am Silvesterabend in einem kleinen englischen Dörfchen. Immerhin verbindet uns die Liebe zur Musik schon seit vielen Jahren. Es hat zwei Tage gedauert, bis ich mich überwunden habe das Lied zu posten. Ich wollte die Aufnahme außerdem völlig unbearbeitet hochladen, trotz kleiner Fehler. Nichts rumschneiden oder korrigieren. Hey, das ist das echte Leben! Direkt nach dem Posten spürte ich die Panik hochkriechen und wollte es am Liebsten sofort wieder löschen. Aber ich versuche, es jetzt mal auszuhalten und zu erforschen. Was ist es, das mir solche Angst macht, wenn ich mich öffne? Warum schaffe ich es nicht, etwas Persönliches zu posten und dann auch online zu lassen?

Selbstfindung

Vom Mut, sich so zu zeigen wie man ist

Vielleicht kommt es hier auf dem Blog manchmal so rüber, als hätte ich selbst all das schon 100%ig verinnerlicht, was ich hier schreibe. Aber auch für mich ist es eine Reise, ein fortdauernder Prozess. Mal sehe ich die Dinge ganz klar und kann sie problemlos umsetzen, mal falle ich in alte Muster zurück. In diesem Beitrag geht es um das große Thema Authentizität und den Mut, sich der Welt so zu zeigen wie man ist.

In Blogs und sozialen Medien erscheint uns das Leben der Anderen oft makellos, aufregend und immer fröhlich. Die Wohnung ist perfekt aufgeräumt, die Arbeit geht uns leicht von der Hand und macht Spaß, die sind Kinder glücklich und der Körper in Topform (oder auf dem Weg dahin). Es werden Challenges bewältigt, Alltag und Aussehen optimiert und eigene Erfolge gefeiert. Dass dies nur eine Seite der Medaille ist, wissen wir insgeheim – doch die tollen Bilder beeinflussen uns dennoch und lassen ein fades Gefühl der eigenen Unvollkommenheit zurück. Wir sehen nur klitzekleine Ausschnitte des jeweiligen Lebens, nicht das große Ganze. Die Unordnung im Nebenraum, Pizza und Schokolade am Abend, das schreiende Kind, der Streit mit dem Partner, der Ärger im Job oder die schlechte Laune, wenn mal alles anders läuft als geplant – all das wird meist nicht gezeigt. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber sie sind längst nicht die Regel. Wir möchten nach außen hin gut rüberkommen, akzeptiert und angesehen werden, niemandem die Laune verderben – also zeigen wir nur das Gute.